Weniger ist mehr: So senkt die Volkswagen Group Retail Deutschland ihren CO2-Ausstoß

11.09.2020: Runter mit dem Energieverbrauch und somit auch den CO2-Emissionen in allen Autohäusern: Die Volkswagen Group Retail Deutschland arbeitet mit daran, dass der Volkswagen Konzern schon bald bilanziell CO2-neutral ist. Und die Energie-Experten der Volkswagen Group Retail Deutschland sind sich sicher: Viele der Sparmaßnahmen in den Autohäusern machen auch in den eigenen vier Wänden Sinn. Ein Report.

Seriennahe Studie.

Manchmal ist weniger mehr. Viel mehr, wenn jedes Gramm zählt. „Unsere jüngste Umweltprognose für das Jahr 2020 ist gut: Um voraussichtlich 19,4 Prozent werden wir die CO2-Emissionen der Handelsorganisation gesenkt haben, um 15,6 Prozent unseren Energieverbrauch“, sagt Anika Kühnel. „Beide Werte beziehen sich auf das Basisjahr 2014.“ Anika Kühnel ist Facility Managerin bei der Volkswagen Group Retail Deutschland (VGRD) und zuständig für die fachlichen Fragen und Aufgaben rund um das Facility Management und Energiemanagement. „Doch natürlich sind wir noch lange nicht am Ziel.“  

Auf gutem Weg

„Das Zwischenziel, das wir für das Jahr 2025 anpeilen, ist mit Blick auf das Basisjahr 2014 eine Reduktion der CO2-Emissionen um 25 Prozent“, ergänzt Energieberater René Mertens. Seit Anfang 2018 unterstützt der freiberufliche Energieberater die VGRD. „Die VGRD ist auf einem guten Weg und hat in den letzten Jahren bereits bemerkenswerte Fortschritte bei der Reduzierung der CO2-Emissionen gemacht.“

CO2-Bilanz der Volkswagen Group Retail Deutschland (2014-2020).

Warum das Unternehmen überhaupt CO2 einsparen will? „Wir sind aus mehreren Gründen motiviert“, erklärt Anika Kühnel. „Zum einen bekennt sich die Volkswagen Group Retail Deutschland – wie alle Unternehmen des Volkswagen Konzerns – zum Zwei-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens.“ Das bedeutet in der Konsequenz: Bis 2050 wollen wir bilanziell CO₂-neutral sein. „Zum anderen ist uns allen bewusst, dass wir als Menschen sorgsam mit unserem Planeten umgehen müssen. Das motiviert und fordert uns, die Umwelt zu schützen. Weniger Ressourcen zu verbrauchen erklärt sich dadurch von selbst.“

CO2-Emissionen der VGRD in Prozent, ausgehend vom Basisjahr 2014.

Ganzheitlichkeit und Kontinuität

Vom Showroom-Licht über Heizungsanlagen bis zur Druckluft in den Werkstätten – Emissionen haben in den über 120 Betrieben der Volkswagen Group Retail Deutschland unterschiedlichste Quellen. „Diese Komplexität erfordert, dass wir CO2-Emissionsreduzierung und Energieverbrauchsentwicklung ganzheitlich angehen“, erklärt Energieexperte René Mertens. Und Anika Kühnel ergänzt: „Wir betreiben ein Energiemanagement nach der sehr anspruchsvollen und weltweit gültigen Norm DIN EN ISO 50001, dessen Ziel die kontinuierliche Verbesserung der energiebezogenen Leistung eines Unternehmens ist. Zusammen mit der Porsche Holding haben wir dieses System bereits 2016 eingeführt.“

Was kann man aus den komplexen Anforderungen für die Energie-Optimierung seines Eigenheims ableiten? Mertens: „Es kommt auf Kontinuität an. Es gibt keinen Endpunkt dabei, die Umwelt zu schonen, weniger Energie zu verbrauchen und weniger CO2 zu emittieren.“ Ob im Unternehmen oder im Eigenheim: „Energiemanagement bedeutet, in einen andauernden „Plan, Do, Check, Act“-Zyklus (PDCA) einzutreten – so ist eine kontinuierliche Verbesserung möglich“, erklärt Anika Kühnel. „Es ist ein ständiger Kreislauf.“

Durchgehend gesunken seit 2014: Gesamt-Energieverbrauch der VGRD, gerechnet in MWh und witterungsbereinigt.

Effizienzpotenziale heben – im Autohaus und daheim

Der Anfang jedes Energiemanagements ist es, sich eine aussagekräftige Datengrundlage zu schaffen und Bilanz zu ziehen. „Zu Beginn müssen wir die energetische Ist-Situation erfassen: Wie viel Strom, Erdgas, Kraftstoffe etc. werden verbraucht?“, erklärt René Mertens. „Dann geht es darum, festzustellen, wo die großen Energieverbraucher sind – um daraus mögliche Verbesserungspotenziale abzuleiten.“ Dieses Grundprinzip funktioniert nicht nur in Betrieben, sondern auch in den eigenen vier Wänden.

„Vorbildlich sind wir vor allem bei unseren neuen Autohäusern, in denen wir oft gesetzliche Vorgaben übererfüllen“, erklärt Anika Kühnel. „Wir nutzen innovative Techniken, zum Beispiel eine Erdgasheizung in Kombination mit einer elektrischen Wärmepumpe, die wir zudem künftig mit Ökostrom betreiben. Das spart über das Jahr gerechnet große Mengen an CO2.“

Stand der Zielerreichung in Prozent, ausgehend vom Basisjahr 2014.

Klar: Auch beim Stromverbrauch lässt sich mit neuer Technik viel sparen. Doch Energiespar-Lösungen müssen nicht immer komplex oder teuer sein! „Manchmal reicht es, ein paar Parameter zu verstellen“, erklärt Mertens. „Zum Beispiel, wenn man feststellt, dass die Heizung erst um 22 Uhr die Temperatur senkt, aber die Ausstellungsfläche schon um 19 Uhr geschlossen wird. Schnell sind drei Stunden Heizkosten gespart – und die Umwelt wird geschont.“

Bereit sein für Innovationen

Sowohl Anika Kühnel als auch René Mertens wissen, dass es noch ein weiter Weg ist, bis die Volkswagen Group Retail Deutschland ihr Null-Emissionen-Ziel erreicht. Es ist eine große und wichtige Aufgabe, bei der man bereit sein muss, auch mal neue Wege einzuschlagen. „Wie man mit gutem Beispiel vorangeht, habe ich jüngst in einem der Autohäuser in Süddeutschland gesehen“, freut sich Energieberater René Mertens. „Die Kollegen dort haben ein System eingeführt, mit dem sie – ähnlich wie man das von Flügen kennt – den CO2-Ausstoß ihrer Geschäftsfahrten kompensieren.“ Auch das ist natürlich etwas, was jeder Autofahrer auch privat machen kann.

Eines der Neubau-Projekte, das in Sachen Umweltfreundlichkeit und CO2 hervorsticht und über das schon bald in der Branche gestaunt werden wird, eröffnet im Januar 2021 in München. ‚Audi Trudering‘ befindet sich zurzeit in der Phase der finalen Fertigstellung. Bauherr ist die VGRE (Volkswagen Group Real Estate), Volkswagen Immobilien steuert das Projekt und mit an Bord sind die Bauberatung, die AUDI AG, der Betreiber und der VGRD-Bereich Investitionsprojekte. Dieses Beispiel verdeutlicht: Klimaschutz ist dann besonders effektiv und nachhaltig, wenn viele Menschen und Abteilungen bereichsübergreifend zusammenarbeiten. Dann lohnen sich schnell auch große Anstrengungen – zum Wohle aller.

Lexikon

Was bedeutet bilanziell CO2-neutral?

Volkswagen ist sich seiner Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft bewusst, bekennt sich zum Pariser Klimaabkommen und treibt umweltschonende Antriebstechnologien und Produktionsweisen mit voller Kraft voran. Konzernweit hat sich das Unternehmen verpflichtet, bis 2050 bilanziell CO₂-neutral zu werden.
Um bestmöglich bilanzielle CO₂-Neutralität zu erreichen, werden drei Prinzipien verfolgt. Erstens: CO2 wirksam und nachhaltig reduzieren. Zweitens: die Energieversorgung auf erneuerbare Energien umstellen. Drittens: nicht vermeidbare Emissionen kompensieren. In einem Satz zusammengefasst: Dekarbonisierung kann gelingen, wenn CO2-Emissionen konsequent vermieden oder reduziert werden. Zusätzlich müssen (derzeit noch) unvermeidbare Emissionen mit Klimaschutzprojekten ausgeglichen werden.

 

Was ist das Pariser Klimaabkommen?

Das Zwei-Grad-Ziel beschreibt das Ziel der internationalen Klimapolitik, die globale Erwärmung bis zum Jahr 2100 auf weniger als zwei Grad Celsius gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen. Dieses Ziel, das schon seit mehr als 30 Jahren diskutiert worden ist, wurde im Pariser Klimaabkommen – das seit November 2016 in Kraft ist und von 196 Vertragsparteien unterzeichnet wurde – erstmals rechtsverbindlich vereinbart.


* Die angegebenen Verbrauchs- und Emissionswerte wurden nach den gesetzlich vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt. Seit dem 1. September 2017 werden bestimmte Neuwagen bereits nach dem weltweit harmonisierten Prüfverfahren für Personenwagen und leichte Nutzfahrzeuge (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure, WLTP), einem realistischeren Prüfverfahren zur Messung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen, typgenehmigt. Ab dem 1. September 2018 wird der WLTP schrittweise den neuen europäischen Fahrzyklus (NEFZ) ersetzen. Wegen der realistischeren Prüfbedingungen sind die nach dem WLTP gemessenen Kraftstoffverbrauchs- und CO2- Emissionswerte in vielen Fällen höher als die nach dem NEFZ gemessenen. Dadurch können sich ab 1. September 2018 bei der Fahrzeugbesteuerung entsprechende Änderungen ergeben. Weitere Informationen zu den Unterschieden zwischen WLTP und NEFZ finden Sie hier: www.volkswagen.de/wltp, www.audi.de/wltp, www.porsche.com/wltp, www.skoda-auto.de/unternehmen/wltp, und www.seat.de/ueber-seat/wltp-standard.html.

Aktuell sind noch die NEFZ-Werte verpflichtend zu kommunizieren. Soweit es sich um Neuwagen handelt, die nach WLTP typgenehmigt sind, werden die NEFZ-Werte von den WLTP-Werten abgeleitet. Die zusätzliche Angabe der WLTP-Werte kann bis zu deren verpflichtender Verwendung freiwillig erfolgen. Soweit die NEFZ-Werte als Spannen angegeben werden, beziehen sie sich nicht auf ein einzelnes, individuelles Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebotes. Sie dienen allein Vergleichszwecken zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen. Zusatzausstattungen und Zubehör (Anbauteile, Reifenformat, usw.) können relevante Fahrzeugparameter, wie z. B. Gewicht, Rollwiderstand und Aerodynamik verändern und neben Witterungs- und Verkehrsbedingungen sowie dem individuellen Fahrverhalten den Kraftstoffverbrauch,, den Stromverbrauch, die CO2-Emissionen und die Fahrleistungswerte eines Fahrzeugs beeinflussen. Weitere Informationen zum Kraftstoffverbrauch: http://www.dat.de/co2