Aktuelle Studie: Autokauf am liebsten beim Händler vor Ort

16.11.2020: Kunden bevorzugen nach wie vor das Autohaus beim Autokauf. Das ergab eine aktuelle Studie1 des Beratungsunternehmen Publicis Sapient. Danach kaufen die Deutschen ihre Fahrzeuge am liebsten beim Händler vor Ort.

Die Studie „Digital Life Index-Report“2 von Publicis Sapient ist eine weltweit durchgeführte Studie in welcher das Beratungsunternehmen regelmäßig Veränderungen der Mobilitäts- und Energieansprüche von Verbrauchern untersucht.

Zudem hat die Studie auch untersucht, wie es um die Digitalisierung beim Autokauf steht. Hier kam heraus, dass die meisten Autokäufer nach wie vor auf den Händler vor Ort vertrauen. 86 Prozent der Befragen gaben an, den Kaufvertrag für ein Auto lieber im Autohaus als online abzuschließen. Ebenso gestaltet sich die Lage beim Verkaufsvertrag des alten Autos. Auch hier sagten 86 Prozent der Befragten, dass sie am liebsten beim Händler vor Ort den Vertrag schließen. In Bezug auf den gesamten Kaufprozess eines Fahrzeugs, gaben die meisten Käufer*innen den Autohäusern den Vorzug. Besonders wichtig ist es den Kunden*innen eine Beratung durch einen Auto-Experten (89 Prozent) zu erhalten, detaillierte Erklärungen zur Fahrzeugkonfiguration (72 Prozent) zu bekommen, eine Testfahrt (84 Prozent) vor Ort beim Händler zu absolvieren sowie die Finanzierung (84 Prozent) mit einem Experten durchzusprechen. Am Ende des Kaufprozesses steht für 83 Prozent der Autokäufer die Preisverhandlung im Fokus. Hier wollen Sie direkt mit dem Autohändler verhandeln und dies nicht über eine anonyme Onlineplattform machen.

81 Prozent informieren sich im Internet, aber nur 12 Prozent kaufen auch online

Online-Plattformen sind für 81 Prozent der Befragten ein wichtiger Kanal beim Autokauf. Daher sollten Händler ihren Internetauftritt nicht vernachlässigen und ein gutes Onlineportfolio für ihre Kunden bereithalten. Knapp die Hälfte der Kunden*innen (42 Prozent) haben sich bereits vor dem Autokauf im Internet informiert und nutzen die vielfältigen Webseiten als Quelle, um sich über Modelle, Marken, oder Technologien zu informieren. Extrem wichtig sehen die Kunden*innen das Internet für den Fahrzeugvergleich an. 49 Prozent von ihnen vergleichen Fahrzeugangebote im Netz, bevor sie zum Händler vor Ort gehen. Das Internet ist für viele die Informationsquelle Nummer 1. Den Kauf eines Fahrzeugs online schließen aber nur die Wenigsten  ab. Einen Kauf- oder Verkaufsvertrag im Netz  schließen nur zwölf Prozent der Befragten.

Die Studienbeauftragten fragen ebenfalls nach dem bevorzugten Verkaufskanal der Kunden*innen. Dabei sprach sich eine deutliche Mehrheit der Befragten für den stationären Handel aus: 62 Prozent nannten den Handel als erste Wahl. Gefolgt auf Platz zwei ist der Online-Kauf direkt beim Hersteller (18 Prozent) und auf Platz drei der Online-Kauf beim Händler (12 Prozent). Online-Marktplätze und Showrooms der Hersteller hingegen spielen kaum eine Rolle und landen abgeschlagen bei drei und vier Prozent.

45 Prozent der Befragten wollen nicht auf Testfahrt und Besichtigung vor Ort verzichten

Als wichtigstes Argument gegen den Online-Kauf nannten knapp die Hälfte (45 Prozent) der Befragten, dass sie das Fahrzeug vor Kauf ansehen und fahren wollen. 34 Prozent gaben an, Verträge mit einem Menschen durchgehen zu wollen, um Fragen stellen zu können. Knapp ein Drittel gab an, sich unwohl dabei zu fühlen einen derartig großen Kauf online abzuwickeln.
78 Prozent der Befragten bevorzugen das Fahrzeug selbst zu kaufen oder zu finanzieren. Leasing und Abomodelle präferieren hingegen nur zwölf und elf Prozent der Deutschen.

Die Studienleiter fragten darüber hinaus auch noch, welche Autos die deutschen Kunden*innen bevorzugen. Dabei zeigte sich ein klarer Trend: umweltfreundlichere und kraftstoffeffizientere Fahrzeugen stehen bei den Kunden*innen hoch im Kurs. 44 Prozent der Befragten gaben danach an, bei ihrem nächsten Auto, wahrscheinlich, sehr wahrscheinlich oder definitiv ein Auto mit Hybrid-Antrieb zu kaufen. Bei reinen E-Autos lag der Wert bei 40 Prozent. Bedenken hinsichtlich der Reichweite der Batterien (52 Prozent) und Preise (46 Prozent) sind die zwei Hauptgründe warum sich Käufer*innen gegen ein E-Modell entscheiden. Darüber hinaus erwarten die Kunden*innen heutzutage (93 Prozent), dass ihr Fahrzeug voll vernetzt ist und über entsprechende Connectivity-Features verfügen. 50 Prozent der Befragten gaben an, dafür auch höhere Kosten in Kauf zu nehmen.


* Die angegebenen Verbrauchs- und Emissionswerte wurden nach den gesetzlich vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt. Seit dem 1. September 2017 werden bestimmte Neuwagen bereits nach dem weltweit harmonisierten Prüfverfahren für Personenwagen und leichte Nutzfahrzeuge (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure, WLTP), einem realistischeren Prüfverfahren zur Messung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen, typgenehmigt. Ab dem 1. September 2018 wird der WLTP schrittweise den neuen europäischen Fahrzyklus (NEFZ) ersetzen. Wegen der realistischeren Prüfbedingungen sind die nach dem WLTP gemessenen Kraftstoffverbrauchs- und CO2- Emissionswerte in vielen Fällen höher als die nach dem NEFZ gemessenen. Dadurch können sich ab 1. September 2018 bei der Fahrzeugbesteuerung entsprechende Änderungen ergeben. Weitere Informationen zu den Unterschieden zwischen WLTP und NEFZ finden Sie hier: www.volkswagen.de/wltp, www.audi.de/wltp, www.porsche.com/wltp, www.skoda-auto.de/unternehmen/wltp, und www.seat.de/ueber-seat/wltp-standard.html.

Aktuell sind noch die NEFZ-Werte verpflichtend zu kommunizieren. Soweit es sich um Neuwagen handelt, die nach WLTP typgenehmigt sind, werden die NEFZ-Werte von den WLTP-Werten abgeleitet. Die zusätzliche Angabe der WLTP-Werte kann bis zu deren verpflichtender Verwendung freiwillig erfolgen. Soweit die NEFZ-Werte als Spannen angegeben werden, beziehen sie sich nicht auf ein einzelnes, individuelles Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebotes. Sie dienen allein Vergleichszwecken zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen. Zusatzausstattungen und Zubehör (Anbauteile, Reifenformat, usw.) können relevante Fahrzeugparameter, wie z. B. Gewicht, Rollwiderstand und Aerodynamik verändern und neben Witterungs- und Verkehrsbedingungen sowie dem individuellen Fahrverhalten den Kraftstoffverbrauch,, den Stromverbrauch, die CO2-Emissionen und die Fahrleistungswerte eines Fahrzeugs beeinflussen. Weitere Informationen zum Kraftstoffverbrauch: http://www.dat.de/co2